Methodik: Warum zins.digital keine eigene Zinstabelle führt

Transparenz über den Ansatz, die Formeln und die Grenzen des Modells – damit Sie das Ergebnis des Checkers richtig einordnen können.

Warum keine eigene Zinstabelle?

Die meisten Vergleichsportale betreiben eigene Datenbanken mit Zinssätzen. Diese Tabellen haben drei strukturelle Probleme:

  1. Aktualität: Banken ändern Zinssätze ohne Ankündigung. Portale aktualisieren ihre Daten mit Verzögerung – manchmal Tage, manchmal Wochen.
  2. Selektivität: Portale zeigen bevorzugt Angebote von Banken, mit denen sie eine Provisionsvere inbarung haben.
  3. Verantwortung: Die Bank ist die einzige verlässliche Quelle für den eigenen Zinssatz. Alles andere ist eine Kopie mit möglichem Fehler.

zins.digital geht einen anderen Weg: Das Portal stellt Ihnen den Prozess bereit, mit dem Sie die Primärquelle Ihrer Bank direkt und live prüfen können. Die KI ruft auf Ihren Befehl hin die offizielle Website Ihrer Bank auf – die Daten stammen live aus der Quelle, nicht aus einer Portaldatenbank.

zins.digital speichert und behauptet keine Zinssätze. Die Daten, die der Checker verarbeitet, geben Sie selbst ein – auf Basis Ihrer eigenen Überprüfung der Bank-Website.

Der anti-halluzinations-gehärtete Prompt

Der Prompt auf der Startseite ist so formuliert, dass er KI-Modelle explizit zur Live-Abfrage zwingt und Schätzungen aus dem Trainings-Wissen verbietet. Kernelemente:

  • Live-Abruf: Die KI wird angewiesen, die offizielle Bank-Website jetzt aufzurufen – nicht gespeicherte oder zwischengespeicherte Werte zu nutzen.
  • Einzige Quelle: Vergleichsportale, Drittseiten und Schätzungen sind ausdrücklich verboten.
  • Definierte Fehlantwort: Falls die Seite nicht live abrufbar ist oder der Zinssatz nicht eindeutig auffindbar ist, muss die KI exakt antworten: „KEINE VERLÄSSLICHE LIVE-QUELLE GEFUNDEN" – ohne jede Zahl. Das schützt Sie vor plausibel klingenden, aber falschen Angaben.
  • Pflichtfelder der Antwort: Zinssatz, Gültig-seit-Datum, exakte Quell-URL, Abrufzeitpunkt.

Wichtiger Hinweis: Auch ein gut formulierter Prompt schützt nicht vollständig vor KI-Fehlern. Deshalb existiert das Pflicht-Häkchen.

Das Pflicht-Häkchen

Bevor der Weitergabe-Checker ein Urteil ausgibt, müssen Sie bestätigen: „Ich habe die Quell-URL geöffnet und den Zinssatz auf der Website meiner Bank selbst gesehen."

Das ist kein bürokratischer Schritt – es ist ein Vertrauensanker. KI-Modelle können auch mit Live-Websuche Fehler machen: Die falsche Seite lesen, einen alten Wert übersehen oder eine Unterseite missinterpretieren. Ihr Blick auf die Bankseite dauert 20 Sekunden – und macht das Ergebnis des Checkers belastbar.

Ohne Häkchen erscheint kein Urteil, sondern der Hinweis: „Bitte prüfen Sie die Quelle selbst – KI-Antworten können Fehler enthalten."

Die Berechnungsformeln

Bruttoertrag

Bruttoertrag = Anlagebetrag × (Zinssatz ÷ 100)

Nettoertrag (Deutschland)

Sparerpauschbetrag: 1.000 € pro Person und Jahr (nicht modelliert: gemeinsamer Freistellungsauftrag für Ehepaare = 2.000 €).

  • Bruttoertrag ≤ 1.000 €: Nettoertrag = Bruttoertrag (keine Steuer)
  • Bruttoertrag > 1.000 €: Nettoertrag = 1.000 € + (Bruttoertrag − 1.000 €) × (1 − 0,26375)

Der Steuersatz von 26,375 % setzt sich zusammen aus: 25 % Abgeltungsteuer + 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer (25 % × 1,055 = 26,375 %).

Nicht berücksichtigt: Kirchensteuer (8–9 %, je nach Bundesland), individuelle Günstigerprüfung, abweichende persönliche Steuersätze.

Nettoertrag (Österreich)

Nettoertrag = Bruttoertrag × (1 − 0,25) – KESt 25 % wird auf den vollen Betrag angewendet.

Nettoertrag (Schweiz)

Die Schweiz hat kein dem deutschen Modell vergleichbares Pauschalsteuersystem für Zinserträge. Der Checker zeigt den Bruttobetrag und weist auf die Verrechnungssteuer von 35 % hin, die bei Deklaration zurückerstattet werden kann.

Realzins-Ergebnis

Realer Gewinn/Verlust = Nettoertrag − (Anlagebetrag × Inflationsrate)

Die Inflationsrate stammt aus /data/inflation.json (DE, Mai 2026: 2,6 % (endgültig), Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)).

EZB-Referenzzinsen

Die Leitzinsen in /data/rates.json werden täglich automatisch vom ECB Data Portal abgerufen (GitHub Action, 06:00 UTC). Bei API-Fehler bleiben die bestehenden Werte erhalten. Die hinterlegten Werte (EZB-Entscheid 11.06.2026) sind über die ECB-API verifiziert.

Grenzen des Modells

  • Die Berechnung verwendet eine vereinfachte Jahresbetrachtung ohne Zinseszins-Effekte.
  • Kirchensteuer, individuelle Günstigerprüfung und abweichende persönliche Steuersätze werden nicht berücksichtigt.
  • Der Sparerpauschbetrag wird als noch nicht ausgeschöpft angenommen – tatsächlich kann er durch andere Kapitalerträge bereits verbraucht sein.
  • Die Inflationsrate ist ein Monatswert (Mai 2026, DE) und kein individueller Warenkorb.
  • Kein Ersatz für individuelle Steuer- oder Anlageberatung.

Der Checker ist ein Orientierungsinstrument – er zeigt die Größenordnung, nicht die auf den Cent genaue Zahl für Ihre persönliche Steuersituation.

Rechtlicher Hinweis

Die Berechnungen auf zins.digital stellen keine Steuer- oder Anlageberatung dar. Alle Ergebnisse basieren auf vereinfachten Modellrechnungen und den vom Nutzer eingegebenen Werten. zins.digital übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der eingegebenen Daten oder der berechneten Ergebnisse.